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J. Tetsch / P. Tetsch
Zahnärztliche
Implantate
Ein Ratgeber für Patienten
5. überarbeitete Auflage
Die Zähne sind ein wichtiger Bestandteil des so genannten Kauorgans. Zum Kauorgan gehören außer den Zähnen noch die Kieferknochen, Kiefergelenke, Zunge, Wangen, Lippen, Gaumen, Kaumuskulatur, Schleimhäute, Speicheldrüsen, Blutgefäße und viele Nerven.
Das Kauorgan hat aber keineswegs nur für das Essen und Trinken, also für die Nahrungsaufnahme, Bedeutung. Es prägt den Menschen insgesamt, beeinflusst das Aussehen, das Sprechen und nicht selten das Verhalten den Mitmenschen gegenüber. Bereits der Verlust eines einzelnen Zahnes kann das Erscheinungsbild und das Aussehen des Menschen, erheblich beeinträchtigen. Der Verlust von allen Zähnen führt ohne Zahnersatz zu einem Einfallen des Gesichtes und somit häufig zu einem greisenhaften Aussehen (Abb. 001, 002). Zahnverlust führt zu Störungen des Kausystems, später unter Umständen sogar zu ernsthaften Erkrankungen. Auch psychische Belastungen und Erkrankungen sind durch einen Zahnverlust möglich, beispielsweise dann, wenn ein Schneidezahn im sichtbaren Bereich verloren geht. Der Betreffende wird sicher nicht mehr ungezwungen lachen können und versuchen, den Zahnverlust durch entsprechende Änderung seines Verhaltens zu verbergen. Man muss den sensiblen Bereich Mundhöhle der Intimsphäre des Menschen zurechnen. In vielen Fällen wissen nicht einmal Ehepartner voneinander, dass ein herausnehmbarer Zahnersatz getragen wird.

Abb. 1.1:
Eingefallenes Gesicht nach Verlust aller Zähne und greisenhaftes Aussehen
Abb. 1.2:
Verjüngung nach Eingliederung eines Zahnersatzes im Ober- und Unterkiefer

Wenn alle Zähne eines Kiefers entfernt werden müssen und eine ungünstige Kieferform das Herstellen einer gut sitzenden Prothese unmöglich macht, wird nicht nur das Erscheinungsbild des Menschen erheblich verändert, auch das Sprechen und die Nahrungsaufnahme können so schwierig werden, dass die betroffenen Menschen sich zurückziehen, ihre Mahlzeiten nur allein zu sich nehmen und den Kontakt zu den Mitmenschen auf das Notwendigste beschränken. Diese Nachteile lassen sich oft durch künstliche Zahnwurzeln (Implantate) vermeiden. Mit Hilfe von Implantaten konnten bereits sehr viele dieser zahnlosen Menschen aus der selbstgewählten Isolation herausgeführt werden. Sie sind meist die dankbarsten Patienten, die bei späteren Besuchen ihrem Zahnarzt begeistert über ihre neue Situation in der Familie und im Freundeskreis berichten und über das gute Gefühl bei Restaurantbesuchen und eine gesteigerte „Lebensqualität“. In einzelnen Fällen führte die neue Sicherheit sogar zu einem Aufstieg im Beruf, einem positiven Berufswechsel oder zu Tätigkeiten in der Öffentlichkeit, die vorher undenkbar gewesen wären.
Besonders unangenehm ist Zahnverlust und unbefriedigender Zahnersatz bei Menschen, die in einem „Sprech- oder Lehrberuf“ tätig sind, wie z.B. Redner, Politiker, Mitarbeiter bei Rundfunk und Fernsehen, Lehrer, Juristen usw. Auch Blasmusiker sind in besonderem Maße auf einen funktionstüchtigen Zahnersatz angewiesen.
Viele Probleme können mit Hilfe traditioneller zahnärztlicher Prothesen befriedigend gelöst werden. Über Kronen, Brücken und Prothesen sind auch die meisten Menschen relativ gut informiert. Dieser „Zahnersatz“ ist aber immer nur ein Ersatz und nicht selten mit Nachteilen für die noch vorhandenen Zähne und das Wohlbefinden des Menschen verbunden. Daher prüfen Zahnärzte, die gut informiert und ausgebildet sind, immer häufiger die Möglichkeit einer Implantation, also der Einpflanzung künstlicher Zahnwurzeln. Auch die Patienten sind in den letzten Jahren zunehmend kritischer geworden und an dieser neuen Behandlungsmöglichkeit sehr interessiert.
Im nächsten Abschnitt soll zunächst erläutert werden, was Implantate eigentlich sind.
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