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J. Tetsch / P. Tetsch
Zahnärztliche
Implantate
Ein Ratgeber für Patienten
5. überarbeitete Auflage
Auch bei intensiver Mundhygiene werden regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt notwendig, da sich krankhafte Veränderungen nur durch spezielle Untersuchungen erkennen lassen. Erkrankungen um die künstlichen Pfeiler werden nur selten vom Patienten selbst bemerkt. Sie sind in ihrem Frühstadium meist mit keinerlei Schmerzen verbunden. Daher sollten Kontrollen mindestens halbjährlich erfolgen, um Komplikationen möglichst frühzeitig erkennen und behandeln zu können.
In Praxen, die über eine EDV-Anlage verfügen, können Patienten relativ einfach mit einem automatischen Anschreiben an die notwendige Nachuntersuchung erinnert werden. Man sollte diesem Verfahren in jedem Fall seine Zustimmung erteilen. Eine langjährige Erfahrung zeigt, dass die Zeiträume seit dem letzten Zahnarztbesuch von den meisten Patienten falsch eingeschätzt werden und Terminüberschreitungen die Regel sind, wenn eine Erinnerung nicht erfolgt.
Untersucht werden zunächst der Pflegezustand und die Schleimhaut um die Implantatpfeiler.
Verschraubte Arbeiten werden auf ihren richtigen Sitz überprüft und in bestimmten Zeitabständen eventuell abgenommen und gereinigt. Der Zahnarzt und die Prophylaxeassistentin werden den Patienten bei dieser Gelegenheit auch auf unzureichend gereinigte Bezirke hinweisen und ihm die entsprechende Putztechnik erneut zeigen. Erst nach der Entfernung der abnehmbaren Teile lässt sich die Festigkeit der eingepflanzten Pfeiler überprüfen. Sie sind bei günstigem Verlauf absolut stabil, im Gegensatz zu den natürlichen Zähnen, die praktisch immer eine gewisse Beweglichkeit aufweisen.
Verschleißteile (z.B. die angesprochenen Stoßdämpfer) werden ausgewechselt und die abnehmbaren Teile erneut eingesetzt und verschraubt. Danach wird kontrolliert, ob der Zusammenbiss noch stimmt. Bei falscher Belastung können Nachteile für die Implantate entstehen, die sich – wie bei der Entzündung – durch Knochenabbau bemerkbar machen können. In Extremfällen sind sogar Brüche von Implantaten oder Aufbauteilen aufgetreten. Durch Einschleifen müssen Überbelastungen verhindert werden. Sichtbar gemacht werden sie durch sehr dünne Farbfolien, die zwischen die Zahnreihen gebracht werden.
Über die Knochensituation geben Röntgenaufnahmen Auskunft, die in größeren Zeitabständen angefertigt werden sollten.
Die Untersuchungs- und Röntgendaten können – ebenso wie die Art der eingesetzten Implantate – in einen Implantatpass eingetragen werden. Dies empfiehlt sich vor allem, wenn durch Umzug oder länger andauernde Auslandaufenthalte ein anderer Zahnarzt aufgesucht wird. Er kann aus diesem Pass ersehen, welche Maßnahmen notwendig sind.
Die letzte Einpflanzung bei Frau W. liegt jetzt über ein Jahr zurück. Ihr Zahnarzt ist mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden. Er hat die Stege abgeschraubt und gereinigt. An der Zungenseite des Unterkiefersteges hat er noch eine Stelle gefunden, die nicht so gut geputzt war. Frau W. wird noch einmal gezeigt, wie sie auch hier reinigen kann. Unsere Patientin ist mit dem Halt der Prothese hoch zufrieden. Sie kann praktisch alles essen. Der Sitz der Prothese ist seit einem Jahr unverändert. Druckstellen, die früher sehr häufig aufgetreten sind, hat sie überhaupt nicht gehabt. Sie trägt die Zähne Tag und Nacht. „Eine solche Einpflanzung würde ich mir immer wieder machen lassen“ sagt sie ihrem Zahnarzt.
Kontrolluntersuchungen in halbjährlichen Abständen sind zur Sicherung des Erfolges unbedingt notwendig!!
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