J. Tetsch / P. Tetsch

Zahnärztliche
Implantate


Ein Ratgeber für Patienten

5. überarbeitete Auflage

13 Ergebnisse

Erstaunlich gute Resultate werden heute mit den künstlichen Zahnwurzeln erzielt. Noch nach vielen Jahren sind über 90% der eingesetzten Implantate im Munde der Patienten funktionstüchtig. Dennoch wird man nicht erwarten dürfen, dass sie bessere Dienste leisten als die natürlichen Zähne. Die bisherigen Auswertungen und Erfahrungen geben aber zu der Hoffnung Anlass, dass künstliche Pfeiler den Zähnen nahezu ebenbürtig sind und bei guter Pflege und regelmäßiger Kontrolle sogar Jahrzehnte im Munde verbleiben können.

Dies sollte allerdings nicht dazu verleiten, die Pflege und die zahnärztliche Versorgung der eigenen Zähne zu vernachlässigen. Ein gesunder eigener Zahn ist einem Implantat in jedem Fall vorzuziehen.

Untersuchungen an sehr vielen Patienten haben gezeigt, dass die Ergebnisse in den einzelnen Kieferabschnitten etwas unterschiedlich sind und dass sie bei Frauen günstiger sind als bei Männern. Dies wird auf die häufig bessere Mundhygiene und vielleicht auf die größere Eitelkeit weiblicher Patienten zurückgeführt. Interessant ist auch, dass in höheren Lebensaltern weniger Komplikationen auftreten als bei jüngeren Menschen. Auch die Form und die Dicke des Knochens und des Zahnfleisches beeinflussen das Ergebnis.

Die Auswertungen zeigen weiterhin, dass Implantate, die sofort nach einer Zahnentfernung oder nach einem Zahnverlust eingepflanzt werden (Sofortimplantate), schlechter abschneiden als diejenigen, die erst nach dem Ausheilen der Knochenwunde implantiert werden (Spätimplantate). Da Zähne häufig dann entfernt werden müssen, wenn Entzündungen des Zahnfleisches oder des Knochens bestehen oder sie durch Unfälle verloren gegangen sind, bei denen auch die Umgebung des Zahnes beschädigt sein kann, wird verständlich, dass Pfeiler in einem solch krankhaft veränderten Gewebe schlechter einwachsen.

Bei der Untersuchung vieler Implantatträger hat sich im Laufe der Jahre sogar herausgestellt, dass der Knochenabbau, der unter herkömmlichen Prothesen auftritt, bei implantatgetragenem Zahnersatz in deutlich geringerem Umfang besteht und in manchen Fällen sogar ein Knochenanbau stattfindet. Die stabile Lage der Prothese und die günstigere Belastung des Kieferknochens wirken sich hier sehr positiv aus.

Als entscheidender Vorteil der künstlichen Zahnwurzeln wird aus der Sicht der Patienten aber der feste Halt und der Verzicht auf jegliche Haftmittel gewertet. Patienten mit fehlenden Backenzähnen oder großen Zahnlücken können sich über Jahre freuen, in denen noch kein herausnehmbarer Zahnersatz getragen werden muss.

Damit verbunden sind eine größere Sicherheit und eine Steigerung der Lebensqualität, die sich im beruflichen und privaten Bereich auswirken kann. So schildert eine jetzt 50-jährige Patientin, dass sie ihre erstaunliche berufliche Karriere eigentlich nur ihren Zähnen zu verdanken hat. Sie war als Angestellte in einer Behörde beschäftigt und immer sehr unzufrieden mit ihrer wenig verantwortungsvollen Tätigkeit. Sie hatte aber nie den Mut aufgebracht, an dieser Situation etwas zu ändern, da sie durch ihre schlechten Zähne sehr gehemmt war. Nach der Einpflanzung künstlicher Zahnwurzeln und einer ästhetisch ansprechenden zahnärztlichen Versorgung konnte sie wieder befreit lachen. Sie änderte ihr Leben vollständig, besuchte noch einmal die Schule, legte die Reifeprüfung ab, schloss ein Studium an und ist heute in leitender Position in der gleichen Behörde tätig.

Auch ein Werksleiter berichtet über einen ähnlichen Werdegang. Nach dem Verlust seiner Zähne hatte er seinen leitenden Posten aufgegeben, weil er nicht mehr in der Lage war, die vielen Verhandlungen mit Angestellten, Lieferanten und Kunden zu führen. Er war durch den schlechten Prothesenhalt so gehemmt, dass er eine viel schlechter bezahlte Bürotätigkeit vorzog. Nach einer Implantation und der Stabilisierung der Prothese übt er wieder seine frühere Tätigkeit mit großer Sicherheit und Selbstverständlichkeit sehr erfolgreich aus. Sein Aufgabengebiet wurde inzwischen sogar erweitert.

Ein Bankkaufmann spricht bei jeder Nachuntersuchung begeistert über seinen festsitzenden Zahnersatz: „Die Einpflanzung war das Beste, war mir in meinem ganzen Leben passiert ist!“

Aus dem privaten Bereich belegen sehr viele Beispiele, dass Menschen ihren Lebensmut wiedergefunden haben, dass sie aus einer – meist selbst gewählten – Isolation den Weg zurück in die Familie und die Gesellschaft gefunden haben. Für den Zahnarzt sind diese glücklichen und dankbaren Patienten die größte Anerkennung seiner anspruchsvollen und verantwortungsvollen Tätigkeit.

Frau W. hat ihren Beruf als Russisch-Lehrerin wieder aufgenommen und unterrichtet 24 Stunden in der Woche mit großer Begeisterung. Sie unternimmt häufig Reisen in die Ostblockländer, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und Freunde zu besuchen. Sie erzählt, dass sie ein ganz neuer Mensch geworden ist und es genießt, beim Unterricht, im Gespräch oder beim Essen mit anderen nicht beeinträchtigt zu sein und unbeschwert lachen zu können – dank der künstlichen Zahnwurzeln.