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J. Tetsch / P. Tetsch
Zahnärztliche
Implantate
Ein Ratgeber für Patienten
5. überarbeitete Auflage
Aufklärungsblatt Implantologie
Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,
bei Ihnen soll eine künstliche Zahnwurzel (Implantat) eingepflanzt werden. Vor dem Eingriff wird Ihr Hauszahnarzt oder ein Behandler unseres Teams mit Ihnen über Notwendigkeit und Durchführung der geplanten Maßnahme sprechen. Sie müssen naheliegende, typische Risiken und Folgen des Eingriffs kennen, damit Sie Ihre Einwilligung geben können. Dieses Aufklärungsblatt soll helfen, das Gespräch vorzubereiten.
Um die Kaufunktion zu verbessern oder wiederherzustellen, gibt es verschiedene zahnärztlich-prothetische Möglichkeiten: das Eingliedern herkömmlichen Zahnersatzes (wie z.B. Kronen, Brücken, Prothesen) oder das Einpflanzen künstlicher Zahnwurzeln. Diese Implantate gehen eine feste Verbindung mit dem Kieferknochen ein und ermöglichen deshalb einen festeren Halt des Zahnersatzes als mit herkömmlichen Methoden.
In Ihrem Fall bietet das Einpflanzen einer künstlichen Zahnwurzel folgende Vorteile:
Schonung der eigenen Zahnhartsubstanz;
[ ] als Einzelzahnersatz, so dass das Beschleifen der Nachbarzähne vermieden werden kann.Schutz vor Fehl- oder Überbelastung der eigenen Zähne;
[ ] hintere Pfeiler, wenn auf einer Seite keine Zähne sind (Freiendsituation)
[ ] Unterstützungspfeiler in der Mitte einer Brücke, wenn sonst die Lücke zu groß ist
[ ] zur Pfeilervermehrung für eine totale Brückenversorgung
Erhaltung und Schutz des Kieferknochens;
[ ] als Befestigungsanker einer Teil- oder Vollprothese
Implantate bestehen aus sehr gewebeverträglichen Materialien (zumeist Titan) und können einen weiteren Knochenschwund verhindern, da sie zu einer dem natürlichen Vorbild ähnlicheren Belastung des Kieferknochens führen als bei Schleimhautbelastung durch eine Prothese.
Eine optimale Mundpflege ist unbedingte Voraussetzung für den langen Erhalt des Implantats, daher wird diese bei Ihnen im Vorfeld überprüft und ggf. korrigiert. Bei andauernder unzureichender Mundpflege muss eine Implantation unterbleiben.
Individuell geplanter Zahnersatz
Nach erfolgreicher Einheilungsphase ist voraussichtlich folgender Zahnersatz geplant:
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Schema zum Einzeichnen der Implantatposition / Suprakonstruktion
Es werden in der Planungsphase Modelle, spezielle Unterlagen und Röntgenbilder zum Vermessen des Knochenangebots angefertigt.
Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), in Sedierung oder bei größerem Umfang in Allgemeinnarkose (Vollnarkose) durchgeführt.
In der Übersicht ist eingezeichnet, wo Ihre Implantate eingesetzt werden sollen.
Mit einem Schnitt in der Schleimhaut wird der Kieferknochen freigelegt, mit dem Bohrer wird ein Implantatfach angelegt, welches der Implantatform entspricht. Danach wird das Implantat eingesetzt und die Schleimhaut wieder vernäht. Die Nähte werden nach etwa einer Woche entfernt.
In manchen Fällen ist es notwendig, Knochen oder andere Hilfsmittel einzubringen, um bessere Voraussetzungen für das Implantat zu schaffen. Dafür ist manchmal ein eigener operativer Eingriff zur Knochengewinnung und -transplantation erforderlich.
Bei Ihnen wird voraussichtlich folgendes Material zusätzlich verwendet.
[ ] Knochen aus dem Kieferbereich (Kinn, Region hinter den Backenzähnen);
[ ] Knochen aus einem anderen Körperbereich (z. B. Beckenkamm);
[ ] Knochenersatzmaterial;
[ ] Membranen (selbstauflösend / nicht selbstauflösend);
[ ] Sonstiges: _________________________________.
Das Material der verwendeten Membran löst sich entweder selbst auf oder es wird durch einen zweiten Eingriff wieder entfernt. Die Fäden müssen nach ca. 1 Woche entfernt werden.
Nach der Einheilzeit, die bei Ihnen im Unterkiefer ca. ___ Monate, im Oberkiefer ca. ___ Monate in Anspruch nimmt, werden die Aufbauteile für den geplanten Zahnersatz am Implantat befestigt. Diesbezüglich ist bei einigen Implantatsystemen eine Freilegung des Implantats durch einen Schleimhautschnitt notwendig. Die Freilegung ist nur ein kleiner Eingriff in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie), manchmal wird die Schleimhaut zusätzlich etwas korrigiert, Ihr Zahnarzt wird Sie dann jedoch darüber informieren.

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Implantation geplante Freilegung Herstellen und Einsetzen der prothetischen Konstruktion
Zeit (Behandlungsdauer zwischen den Behandlungsphasen)
Das Implantat darf während der Einheilungsphase nicht belastet werden. Wenn Sie das Gefühl haben, dass der provisorische Ersatz auf die Implantatregion drückt, wenden Sie sich bitte sofort an Ihren Hauszahnarzt oder an unsere Praxis.
Bei eventuellen Nachblutungen sollten Sie auf ein sauberes Taschentuch beißen. Wenn nach einer halben Stunde die Blutung nicht zum Stillstand gekommen sein sollte, suchen Sie unsere Praxis, Ihren Hauszahnarzt oder außerhalb der Sprechzeiten den zahnärztlichen Notdienst auf.
Mit anfänglichen Mundspülungen (nicht am ersten Tag) erschöpft sich die Pflege in der Implantatumgebung in den ersten Tagen. Nach Instruktionen durch Ihren Behandler kann die Pflege durch den Einsatz von ”Q-Tips” auf der operierten Seite fortgesetzt werden.
Nach der Nahtentfernung ist dann eine äußerst sorgfältige Mundhygiene entsprechend unseren Anweisungen und Empfehlungen erforderlich.
Regelmäßige Kontrollen sind unbedingt notwendig und beeinflussen das Implantationsergebnis.
Der Erfolg einer Implantatbehandlung wird nach abgeschlossener Einheilungsphase von unserem Behandlungsteam oder Ihrem Zahnarzt in der Regel anhand eines Röntgenbildes und klinischer Prüfung beurteilt.
Nach durchgeführter Implantation und eingesetztem Zahnersatz ist der Erfolg der Implantatbehandlung auf längere Sicht maßgeblich von einer exakten Mundpflege und der regelmäßigen Nachkontrolle (Recall) abhängig.
Bei Rauchern ist das Misserfolgsrisiko der Implantatbehandlung langfristig erhöht (Raucherparodontose).
Bei einigen Allgemeinerkrankungen und entsprechender dauerhafter Einnahme bestimmter Medikamente ist das Misserfolgsrisiko ebenfalls erhöht.
Allgemein:
Manchmal treten Schmerzen und eine leichte Schwellung auf. Bei Blutungen ist selten das erneute Vernähen der Wunde oder eine operative Blutstillung erforderlich.
Obwohl durch genaue Untersuchungen vor der Operation versucht wird, die optimale Lage des Implantates festzulegen, kann es sich in seltenen Fällen während des Eingriffs als unmöglich erweisen, das Implantat einzubringen.
Spezielle Komplikationen:
Trotz exakter Technik kann sich ein Implantat kurz nach dem Eingriff oder später lockern (Abstoßungsreaktion). Nach Entfernung und Ausheilung ist eine erneute Implantation in dem entstehenden Reparaturknochen möglich. Die Ursachen können mangelde Durchblutung, zu harter oder zu wenig Knochen, Fehlbelastungen, die Einnahme bestimmter Medikamente oder einige Allgemeinerkrankungen sein.
Im Bereich des Implantates, der Gesichtsweichteile und der Kieferhöhle kann es zu Entzündung und Wundheilstörungen kommen. Eine Behandlung mit Spülungen, der Einsatz von Antibiotika oder eine Nachoperation können notwendig werden.
Verletzungen an benachbarten Zähnen sind - trotz sorgfältigster Arbeitsweise - bei größeren Eingriffen und sehr eng stehenden Zähnen möglich; unter Umständen wird dann eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich.
Sehr selten wird der Zungennerv, der an der Innenseite des Unterkiefers verläuft, durch die Operation geschädigt. Vorübergehende, nur selten bleibende Geschmacksstörungen sowie ein Taubheitsgefühl der betroffenen Zungenseite können die Folge sein. Eine Verletzung des im Nervkanal verlaufenden Nerven führt auf der betroffenen Seite zu einem meist vorübergehenden, sehr selten andauernden Taubheitsgefühl der unteren Lippenhälfte. Die Lippe läßt sich trotzdem bewegen. Bei den genannten Nervstörungen kann es dazu kommen, dass das Implantat entfernt werden muss.
Im Bereich des Oberkiefers befindet sich eine sehr dünne Knochenwand zur Kieferhöhle, die bei dem Eingriff durchbrochen werden kann. Eine eröffnete Kieferhöhle wird durch spezielle Maßnahmen sofort wieder verschlossen. In der Regel verläuft die Heilung nach Kieferhöhleneröffnung komplikationslos.
Bei allen Komplikationen kann die Entfernung des Implantats erforderlich sein.
Individuelle Komplikationen:
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Über den geplanten Eingriff sowie eventuell erforderliche Erweiterungen hat mich
Frau / Herr _____________________________________________________in einem Aufklärungsgespräch ausführlich informiert.
Der Behandlungsumfang umfasst:_____________________________________________________________________________
Ein Vergleich zu anderen zahnärztlich-prothetischen Behandlungsmethoden wurde erörtert und besprochen.
Dabei wurden mir alle meine Fragen erläutert.
Folgende Aspekte wurden zusätzlich mit mir besprochen:
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[ ] Ich habe keine weiteren Fragen.
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Ort, Datum Unterschrift des Patienten
Bestätigung der Einwilligung direkt vor der Implantatsetzung:
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Ort, Datum Unterschrift des Patienten
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