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J. Tetsch / P. Tetsch
Zahnärztliche
Implantate
Ein Ratgeber für Patienten
5. überarbeitete Auflage
Häufig führt ein Zahnverlust zu einem Verlust von Knochen (Hartgewebe) und der bedeckenden Schleimhaut (Weichgewebe). Besonders im sichtbaren ästhetisch sensiblen Bereich ist es aber notwendig, dass sowohl Hart- als auch Weichgewebe so wiederhergestellt wird, dass im Idealfall das Zahnimplantat mit seiner Krone dem Aussehen des ehemaligen gesunden Zahn entspricht. Als Erfolgskriterien werden aus zahntechnischer Sicht die Form, Farbe und Größe der individuellen Krone angesehen. Aus medizinischer Sicht gibt es wichtige Erfolgskriterien, die die Implantatposition, die Implantatlänge, den Implantatdurchmesser, den Zahnfleischrand im Vergleich zum Nachbarzahn und die Zahnfleischpapillen zwischen den Zähnen beinhalten. Zusätzlich braucht man ein zahntechnisches Labor, das mit der Keramikverarbeitung ein natürliches Aussehen gestalten kann. Nur, wenn alle Parameter perfekt sind, ist das Ergebnis perfekt. Das macht den Einzelzahnersatz im Oberkieferfrontzahngebiet zu einer echten Herausforderung.
Nach der Entfernung von Zähnen kommt es schnell zu Knochenverlust (Resorptionen) und entsprechendem Verlust von Schleimhaut. Die Schleimhaut kann durch bestimmte Operationstechniken wiederhergestellt werden, in dem man freie oder gestielte Bindegewebstransplantate z. B. vom Gaumen entnimmt und das fehlende Material so ersetzt. Das Weichgewebe kann in unterschiedlichen Behandlungsphasen korrigiert werden. In vielen Fällen wird es während der Implantation oder bei der Freilegung verbessert. Manchmal müssen Feinkorrekturen auch nach Eingliederung der fertig gestellten Krone erfolgen, wenn ästhetische Einbußen vorliegen. Häufig hat die Zahnfleischkorrektur auch noch einmal die Änderung der endgültigen Krone zur Folge (Abb. 7.14, 7.15).

Abb. 7.14:
Unbefriedigendes ästhetisches Ergebnis nach Implantatversorgung

Abb. 7.15:
Perfektes Ergebnis nach Weichgewebskorrektur und nach Eingliederung der geänderten Krone
Aus der bekannten Tatsache, dass Knochen- und Weichgewebsverlust nach Zahnentfernungen stattfinden und dass der Verlust grösser ist, je länger die Entfernung des Zahnes her ist, wurde die zeitnahe Implantation überlegt. So kann das Hart- und Weichgewebe durch das neue gesetzte Implantat gestützt und muss nicht zu einem späteren Zeitpunkt ersetzt werden. Für eine Sofortimplantation müssen aber wichtige Kriterien erfüllt sein. Hierzu zählen entzündungsfreier Zahnverlust, gute und dicke Zahnfleischform und keine entzündlichen Veränderungen des Zahnhalteapparates. Wenn diese wichtigen Parameter erfüllt sind, dann ist eine Sofortimplantation möglich. Leider sind die Voraussetzungen nur in sehr wenigen Fällen so, da selten gesunde, entzündungsfreie Zähne entfernt werden. In der Bildergalerie wurde ein tief kariöser Zahn ideal entfernt, ein Implantat als Sofortimplantat eingesetzt und mit einer provisorischen Kunststoffkrone versorgt. Nach Abheilung erfolgte die definitive prothetische Versorgung mit einer Vollkeramikkrone (Abb. 7.16, 7.17).

Abb. 7.16:
Sofortimplantat eines oberen mittleren Schneidezahnes, mit eingebautem Implantataufbau

Abb. 7.17:
Zementierte definitive Krone nach Einwachsen des Implantates (3 Monate später)
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